Kyudo Meister Inagaki

DKyuB
Deutscher Kyudo Bund e.V.


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Hamburg, Juni 2005
1. Offene Deutsche Enteki-Meisterschaft 2005
Gemäß dem Beschluss der Mitgliederversammlung vom Oktober 2004 sollte die Enteki-Meisterschaft 2005 als offene Meisterschaft, also mit Zugangsmöglichkeit für Kyudoka aus anderen Nationalverbänden, ausgetragen werden. Der Hintergrund zu diesem Schritt lag auch darin begründet, dass anlässlich der EM 2004 in Hannover sich mehrere EKF-Repräsentanten interessiert gezeigt hatten, neben dem Schießen auf das Ko-Mato auch Enteki in den Kanon der Wettkampfaktivitäten mit aufzunehmen. Weltweit wurden darum Anfang des Jahres die Einladungen und das von Franka Schmidt gestaltete Poster versandt. Seitens verschiedener Sensei in Japan gab es Interesse aber zugleich auch Konflikte mit dem Terminkalender. Grundsätzlich wurde seitens der ANKF die DKyuB-Initiative begrüßt. Die Reaktion der europäischen Kyudoverbände war unterschiedlich aber es wurde deutlich, dass Enteki offensichtlich kaum praktiziert wird und aus Mangel an Vorkenntnissen die Teilnahme an einem Wettkampf als zu große Aufgabe angesehen wurde. Ein anderer Grund waren die Reisekosten, die aus Mangel an Billigfliegerangeboten letztendlich gegen eine Teilnahme sprachen.

  

Ungeachtet aller möglichen Bedenken und Kosten, ließen sich 6 Niederländer und 3 Finnen nicht davon abhalten nach Hamburg zu reisen und sich am Samstag, zusammen mit den DKyuB-Kyudoka, nach einer kurzen theoretischen Einführung und dem daran anschließenden vierstündigen Training auf den Wettkampf vorzubereiten. Das Wetter war an diesem Wochenende regnerisch und kräftige, kalte Windböen machten das Schießen nicht einfach. Auf Grund verschiedener Vorerfahrungen mit launischen Wetterverhältnissen bei Enteki-Meisterschaften hatte sich der DKyuB klugerweise entschlossen, ein Großzelt Michel Schubert aus Aachen konstruieren zu lassen, das, nachdem es von den emsigen Helfern des Alster Dojo errichtet worden war, dem Sturm trotzte und den Schützen ausgezeichnet Schutz bot. (Dieses Zelt kann von Ausrichtern zukünftiger Enteki-Meisterschaften angefordert werden und garantiert, dass diese Wettkampfform nun wetterunabhängig durchgeführt werden kann.) Der Samstagabend führte - abgesehen von einem Landesverband - alle anderen Teilnehmer zu einer völkerverbindenden Party mit deutsch- japanischen Grillspezialitäten, guter Laune und Gesang zusammen.

Nach einer regnerischen aber sturmfreien Nacht begann am Sonntagmorgen um 9 Uhr das Einschießen. Nach der Eröffnungszeremonie von Connie Brandl-Hoff, die zusammen mit Sorin Jurma und Gabi Schwark den Wettkampf leitete, betraten die ersten neun Schützen die Sha-i und schossen die erste Viererserie. Glücklicherweise hatte es nun aufgehört zu regnen und zeitweiser Sonnenschein brachte sogar etwas Wärme. Am Ende des zweiten Durchgangs gab es zwar einige potentielle Favoriten auf den Sieg jedoch im letzten Durchgang wendete sich das Ergebnis stark. Schützen, die bis dato getroffen hatten, erzielten nun plötzlich nur noch einen oder gar keinen Treffer, wohingegen andere durch drei und vier Treffer im letzten Durchgang zur bisherigen Führungsgruppe aufschlossen. Am Ende der drei Runden musste sowohl um den ersten und zweiten als auch um den dritten und vierten Platz gestochen werden. In beiden Stechen wurde mit dem dritten Pfeil durch die Nähe zum Zentrum der Sieger ermittelt und das folgende Endergebnis erreicht:

1. Peter Knipper, NRW 7/12 nach Stechen
2. Feliks F. Hoff, Hamburg 7/12 nach Stechen
3. Jimmy Fredriksz, Leiden - Niederlande 6/12 nach Stechen
4. Coen Hekman, Den Haag - Niederlande 6/12 nach Stechen

Die Siegerehrung fand bei strahlendem Sonnenschein statt aber unmittelbar nach dem Abgrüßen musste das DKyuB-Entekizelt die Aktiven, Schiedsrichter, Helfer und verbliebene Zuschauer erneut vor heftigem Regen schützen. Wer sich und sein Gerät dann ins benachbarte Alster Dojo gerettet hatte, erhielt von der "Dojo-Köchin" Hiromi einen leckeren, japanischen Mittagssnack, um gestärkt die Heimreise antreten zu können. Die Resonanz auf den Verlauf und die Begegnung von Kyudoka aus anderen Ländern war bei allen Teilnehmern sehr gut und sowohl die Finnen als auch Holländer wollen in Kürze Gegeneinladungen aussprechen, da Verbandsjubiläen jeweils mit einem internationalen Taikai gefeiert werden sollen.
Feliks   F. Hoff