
| NRW 2006 |
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Erkrath, Mai 2006 NRW-Mannschafts- und Einzelmeisterschaft Zum ersten Mal war der Kyudoverein Neandertal Ausrichter der NRW-Mannschafts- und Einzelmeisterschaft. Nach der Ausschreibung durch den NWKyuV hatten sich 10 Mannschaften mit je 3 Schützen und 29 Einzelschützen aus 6 Vereinen gemeldet. In der großen Halle des Gymnasiums am Neandertal in Erkrath wurden am 29.04.2006 morgens ab 9.00 Uhr die Vorbereitungen getroffen. Die vielen Helfer stellten die 9 neuen Pfeilfänger auf, nahmen Maß, damit die Abstände auch gleich waren. Honza und Shai wurden markiert. Das große Netz hatte seine Testphase bereits gut überstanden, die frisch geklebten Kazumi-Mato wurden platziert. Die Kanteki wurden sicher hinter 2 Kästen „versteckt“. Die Kamiza wurde mit Bildrolle und Ikebanagesteck vor der Zuschauertribüne arrangiert. Die ersten Gäste trafen um 11.00 Uhr ein, um sich ein Bild von den Örtlichkeiten zu machen. Viele bekannte Gesichter, die man von früheren Lehrgängen und Wettkämpfen kannte, aber auch neue, die ein spannendes Turnier versprachen. Nach dem Angrüßen und der Begrüßung durch Reinhard Kollotzek, 2. Vorsitzender des Kyudoverein Neandertal, wurden die Wettkampfmodalitäten und der Zeitplan besprochen. Manfred Speidel übernahm die Wettkampfleitung, die Mannschaftskapitäne wurden mit Nach dem Einschiessen (8 Pfeile) starteten die ersten 3 Mannschaften zum 1. Durchgang im Heki-Taihai. Die Zeit für die Trefferaufnahme und das Pfeilholen nutzten die folgenden Mannschaften zur Vorbereitung an der Honza, so dass ein zügiger Durchlauf möglich war. Die Ergebnisse wurden direkt auf eine DIN-A 3 Liste im Vorraum übertragen, so dass jeder Neugierige sich informieren konnte. Querschläger wurden von der Wettkampfleitung angesagt und von den Kanteki schnell abgeräumt. 4-er Serien eines Schützen wurden von allen Schützen und den Zuschauern mit Applaus honoriert. Im 2. Durchgang starteten die Mannschaften um 1 Shajo nach hinten versetzt, da die gerade Zahl der Mannschaften dies notwendig machte. Die Pausen zwischen den Durchgängen wurde genutzt, um die Schreiber und Kanteki zu tauschen oder Gespräche zu führen, das heißt „fachsimpeln“. Man machte sich mit den neuen Gesichtern aus den Vereinen bekannt, so 2 fünfzehnjährige Kyudoka aus dem Kyudojo Nordrhein, die neue Wettkampferfahrungen auf einer Landesmeisterschaft sammelten und auch kräftig mitmischten. Nach 3 Durchgängen und 36 geschossenen Pfeilen pro Team stand das Ergebnis fest.Nun ja – fast, um den 3. Platz musste gestochen werden. Die Freie Mannschaft Aachen/Köln hatte wie die Kyudogruppe Köln 15 Treffer. Beide Mannschaften traten noch einmal mit je 2 Pfeilen an die Shai. Das Ergebnis war eindeutig und so gewann die Freie Mannschaft mit Anne Engin, Michel Schubert und Malte Negendank den 3. Platz. Auf Platz 2 mit 17 Treffern kam die Mannschaft aus Schwerte vom Kyudojo Ruhr mit Peter Knipper, Bettina Just und Ralf Teige. Den 1. Platz belegte mit 18 Treffern - und wurde damit NRW Mannschaftmeister - die Heimmannschaft vom Kyudoverein Neandertal mit Johannes Maringer, Volker Bruckmann und Reinhard Kollotzek. Die besten Einzelschützen waren mit 9 bzw. 8 Treffern Michel Schubert, Johannes Maringer, Klaus Giebel und Peter Knipper. Nach einer 30-minütigen Pause und Stärkung am Buffet wurde zur Einzelmeisterschaft gestartet. Begonnen wurde wie immer mit dem Auslosen der Startposition. Es waren 29 Pfeile, die nach dem Mischen zu 5-er Tachi´s geordnet wurden. Der Modus: 2 x 2 Pfeile in ANKF-Prüfungsform auf Treffer, Haya vor Otoya. Die 16 besten Schützen sollten in die Tournamentrunde kommen. 3 Schützen hatten 3 Treffer, 8 Schützen hatten 2 Treffer. 7 Schützen hatten nur 1 Treffer und mussten stechen, um die Tournamentrunde zu erreichen. Auch hier wurde es wieder spannend, weil zunächst nur ein Schütze traf. Noch ein Durchgang, die Anspannung der Kyudoka war in der Luft zu spüren. 4 der 6 trafen nun das Mato und im 3. Durchgang musste nun auf Nähe zum Zentrum auf 1 Mato geschossen werden. Ein neues Kazumi-Mato wurde aufgehangen, die 4 Wettkämpfer mussten alles geben. Nach Überprüfung durch Manfred Speidel wurden damit die letzten 2 Schützinnen (Eva Fasold und Darlene Rackow) für die Tournamentrunde ermittelt.Es wurden wieder 8 Mato´s aufgehängt. In 2 Gruppen traten jeweils 4 x 2 Schützen mit 2 Pfeilen gegeneinander an. Auch hier galt Haya vor Otoya, das bedeutete: wurde Haya getroffen war man weiter, wenn der Gegner nicht traf. Traf der Gegner auch, wurde der Otoya zum entscheidenden Pfeil. Trafen beide wieder oder beide nicht, musste gestochen werden. Auch dies kam vor und so war es entscheidend, wie relaxt man war. Setzte man sich selbst unter Druck oder hatte man die Kraft, die Konzentration und den Willen zu treffen. Bis dato treffsichere, routinierte Schützen verfehlten das Mato, wenn auch nur knapp. Aber im Wettkampf ist es immer der letzte Pfeil der entscheidet. Von den 16 Kämpfern kamen 8 in die nächste Runde und so waren Kontinuität in Form und Technik entscheidend. Schützen mit langjähriger Wettkampferfahrung waren genauso gefordert wie diejenigen, die erstmalig Wettkampfluft schnupperten. Die besten 8 Kyujin kämpften nun um den Einzug in die nächste Runde. Alle beobachteten, ob sie es schaffen, den Pfeil ins Mato zu schicken. Die 4 erfolgreichen waren Peter Knipper, Isabelle Ulmer, Eva Fasold und Malte Negendank. Im darauf folgenden Durchgang hatten Peter und Isabelle ihren Haya in die Scheibe gebracht und kamen in die Runde um Platz 1. Eva und Malte mussten um Platz 3 stechen. In der letzen Runde zur Ermittlung des Einzelmeisters NRW 2006 zwischen Peter Knipper und Isabell Ulmer wurde der Haya vertan, jedoch traf Peter mit dem Otoya und gewann den Titel.Im Kampf um Patz 3 wurde ebenfalls der Haya nicht getroffen, aber auch hier traf Malte mit dem Otoya und errang Platz 3 vor Isabelle. Herzlichen Glückwunsch! Die Sieger bekamen Urkunden und kleine Präsente, Manfred eine Flasche Rotwein. Peter Knipper bekam als Schütze mit der besten Turnierleistung (1. Platz Einzel - ohne Stechen bis ins Finale-, 2. Platz mit der Mannschaft) einen Sonderpreis, der von Michael Bracht, Vereinsmitglied des Kyudoverein Neandertal, gestiftet worden war: eine kostbare original japanische Teeschale. Zum Schluss bedanken wir uns nochmals recht herzlich bei allen, besonders bei Manfred Speidel für die klare und komplikationslose Wettkampfleitung, bei allen Schützen für einen tollen und spannenden Wettkampf und allen Helfern des Kyudoverein Neandertal. Johannes Maringer |